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Chronische Rückenschmerzen - eine psychosomatische Erkrankung
Dagmar Voss, 31Jahre, ist Sekretärin, eine "Power-Frau": hübsch, erfolgreich, dynamisch. Nach den vielen Stunden am Computer joggt sie abends. Seit frühester Jugend treibt sie Sport. Und doch leidet sie seit etwa zehn Jahren an Rückenschmerzen. Der Orthopäde hat ihre Wirbelsäule röntgen lassen und nichts gefunden. Sie ist "organisch gesund" und doch eine von etwa 6 bis 8 Millionen Deutschen mit chronischen Rückenschmerzen.

Ein chronischer Schmerz ist einer, der länger als sechs Monate anhält und den keine Medikamente lindern können. Chronische Schmerzen stehen an erster Stelle als Grund für Arbeitsunfähigkeit und frühzeitige Berentung.

An der Abteilung für Psychotherapie und Psychosomatische Medizin in der Klinik Harlaching wird sie von Dr. Rainer Schors untersucht. "Wer so krank ist wie Sie, der muß einfach Kummer haben", diagnostiziert Dr. Schors. "Stimmt", murmelt Dagmar schließlich. "Und gegen Kummer hilft am besten Psychotherapie." Weil Dagmars Rückenschmerzen so stark sind, daß die Arbeitsunfähigkeit droht, beginnt sie eine stationäre Psychotherapie. In den Gruppen- und Einzelgesprächen beim Psychosomatiker lernt sie allmählich, über sich selbst zu sprechen.

Sie nimmt zur Kenntnis, daß sie nicht gelernt hat, mit ihrem Körper liebevoll umzugehen. Statt zu schwimmen, zu wandern und den Rücken zu wärmen, hat sie ihn nur zu Leistungen hochgepeitscht. Dahinter stand eine Angst vor Schonung, vor Ruhe. Dagmar ist immer in Hektik, immer unterwegs. Im Lauf der psychoanalytischen Gespräche gelingt es ihr, den Gründen ihrer Unruhe auf die Spur zu kommen. Allmählich behandelt sie auch ihren Körper pfleglicher.
Die Botschaften zu entschlüsseln, die chronische Schmerzen enthalten, bedeutet viel Arbeit und Mut zur Selbstkonfrontation. So aber können auch nach vielen Jahren chronische Schmerzen geheilt werden. Auch Dagmar Voss ist es schließlich gelungen. Ihre Psychoanalyse dauerte drei Jahre, 320 Stunden. Die Kosten trug die Krankenkasse.

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