Drei verschiedene Leistungen werden von den
gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) im Bereich Psychotherapie nach den
Psychotherapierichtlinien und -vereinbarungen als Sachleistungen
erbracht (Sitzungsdauer: 50 Minuten).
Zusätzlich sind bei einem oder mehreren
Psychotherapeuten jeweils 8 (analytische Psychotherapie) bzw. 5
(tiefepsychologisch fundierte Psychotherapie) Sitzungen
für Vorgespräche möglich (= probatorische Sitzungen).
Die analytische Psychotherapie ("Psychoanalyse")
ist die längste und aufwendigste aller Behandlungsformen im Bereich der Psychotherapie.
Ein- bis dreimal, mitunter sogar viermal wöchentlich sucht der Patient zu fest
vereinbarten Terminen den Psychoanalytiker auf. Fünfzig Minuten lang sitzt er ihm
entweder gegenüber oder liegt auf einer Behandlungscouch. In gemeinsamer Arbeit spüren
Therapeut und Patient auf, welche (meist immer gleichen) Konfliktmuster den aktuellen
Konflikten des Patienten zugrunde liegen. Im Zentrum der Suche liegen meist sogenannte
unbewußte Konflikte, an die sich ein Patient auch beim besten Bemühen ohne Hilfe des
Therapeuten nicht erinnern könnte. Sind diese in oft jahrelanger Arbeit gefunden, so
treten die bisherigen Konfliktmuster nicht mehr oder nicht mehr so stark auf. Die Wirkung
hält zumeist jahre- bis jahrzehntelang an. Einige Fallbeispiele
erläutern die Wirkungsweise von Psychoanalyse bei Konflikten und psychosomatischen
Erkrankungen.
Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
ist eine kürzere Therapieform als die Psychoanalyse, ähnelt ihr aber in vieler Hinsicht.
Patient und Therapeut sitzen einander gegenüber und sprechen in Sitzungen von je 50
Minuten über die Probleme des Patienten. Im Zentrum der Gespräche steht meist ein
aktueller Lebenskonflikt, bei dessen Bewältigung der Therapeut behilflich ist. Die Hilfe
besteht weniger aus praktischen Handlungsanweisungen als aus der Suche nach
Lebenssituationen des Patienten, in denen ähnliche Konflikte bereits auftraten. Es wird
eine Hilfe zur Selbsthilfe angeboten (Krisenintervention).
Verhaltenstherapie
versucht, ein bestimmtes Verhalten, das für den Patienten im Alltagsleben störend ist,
durch eine Kette von Übungen abzutrainieren ("systematische
Desensibilisierung").
Wer erbringt diese Leistungen? oder: Wie finde ich einen
DGPT-Psychoanalytiker?
In der Deutschen Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und
Tiefenpsychologie (DGPT) e. V. sind ca. 2.850 Psychoanalytiker zusammengeschlossen. Sie
alle erbringen die analytische Psychotherapie ("Psychoanalyse") und die
tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie. Liegt ein typischer Konflikt vor und der
Patient erhofft sich Hilfe, so kann er direkt beim DGPT-Psychoanalytiker einen Termin für
ein Vorgespräch vereinbaren. Wegen laufender Therapien sind die Therapeuten meistens nur
fünf Minuten vor der vollen Stunde persönlich am Telephon zu erreichen.
Ein Auszug aus der Liste aller DGPT-Psychoanalytiker wird auf Anfrage von der
Geschäftsstelle der DGPT verschickt. Er ist nach Postleitzahlen sortiert.
Es ist auch möglich, von einem Facharzt für Allgemeinmedizin überwiesen zu werden.
Welcher Psychoanalytiker ist für mich persönlich am besten geeignet?
Bei welchem Psychoanalytiker man sich letztendlich in Behandlung begibt, ist dem Patienten
überlassen (freie Arzt- und Therapeutenwahl). Nicht die Autorität einer bestimmten
Kapazität bestimmt, ob die Behandlung gelingen wird, sondern allein ein gutes Gefühl
darüber, ob die "Chemie" zwischen Patient und Therapeut stimmt. Nur dann sind
gute Voraussetzungen zu dieser oft jahrelangen Zusammenarbeit gegeben.
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