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Psychotherapie - Psychoanalyse: Was zahlt die gesetzliche Krankenkasse?

Drei verschiedene Leistungen werden von den gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) im Bereich Psychotherapie nach den Psychotherapierichtlinien und -vereinbarungen als Sachleistungen erbracht (Sitzungsdauer: 50 Minuten).

analytische Psychotherapie ("Psychoanalyse") tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie Verhaltenstherapie
Kurzzeittherapie --- 25 Sitzungen 25 Sitzungen
grundsätzlich ("Normaltherapie") 160 Sitzungen 50 Sitzungen 45 Sitzungen
besonderer Fall 240 Sitzungen 80 Sitzungen 60 Sitzungen
Regelhöchstgrenze 300 Sitzungen 100 Sitzungen 80 Sitzungen

Zusätzlich sind bei einem oder mehreren Psychotherapeuten jeweils 8 (analytische Psychotherapie) bzw. 5 (tiefepsychologisch fundierte Psychotherapie) Sitzungen
für Vorgespräche möglich (= probatorische Sitzungen).

Die analytische Psychotherapie ("Psychoanalyse")
ist die längste und aufwendigste aller Behandlungsformen im Bereich der Psychotherapie. Ein- bis dreimal, mitunter sogar viermal wöchentlich sucht der Patient zu fest vereinbarten Terminen den Psychoanalytiker auf. Fünfzig Minuten lang sitzt er ihm entweder gegenüber oder liegt auf einer Behandlungscouch. In gemeinsamer Arbeit spüren Therapeut und Patient auf, welche (meist immer gleichen) Konfliktmuster den aktuellen Konflikten des Patienten zugrunde liegen. Im Zentrum der Suche liegen meist sogenannte unbewußte Konflikte, an die sich ein Patient auch beim besten Bemühen ohne Hilfe des Therapeuten nicht erinnern könnte. Sind diese in oft jahrelanger Arbeit gefunden, so treten die bisherigen Konfliktmuster nicht mehr oder nicht mehr so stark auf. Die Wirkung hält zumeist jahre- bis jahrzehntelang an. Einige Fallbeispiele erläutern die Wirkungsweise von Psychoanalyse bei Konflikten und psychosomatischen Erkrankungen.

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
ist eine kürzere Therapieform als die Psychoanalyse, ähnelt ihr aber in vieler Hinsicht. Patient und Therapeut sitzen einander gegenüber und sprechen in Sitzungen von je 50 Minuten über die Probleme des Patienten. Im Zentrum der Gespräche steht meist ein aktueller Lebenskonflikt, bei dessen Bewältigung der Therapeut behilflich ist. Die Hilfe besteht weniger aus praktischen Handlungsanweisungen als aus der Suche nach Lebenssituationen des Patienten, in denen ähnliche Konflikte bereits auftraten. Es wird eine Hilfe zur Selbsthilfe angeboten (Krisenintervention).

Verhaltenstherapie
versucht, ein bestimmtes Verhalten, das für den Patienten im Alltagsleben störend ist, durch eine Kette von Übungen abzutrainieren ("systematische Desensibilisierung").

Wer erbringt diese Leistungen? oder: Wie finde ich einen DGPT-Psychoanalytiker?
In der Deutschen Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie (DGPT) e. V. sind ca. 2.850 Psychoanalytiker zusammengeschlossen. Sie alle erbringen die analytische Psychotherapie ("Psychoanalyse") und die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie. Liegt ein typischer Konflikt vor und der Patient erhofft sich Hilfe, so kann er direkt beim DGPT-Psychoanalytiker einen Termin für ein Vorgespräch vereinbaren. Wegen laufender Therapien sind die Therapeuten meistens nur fünf Minuten vor der vollen Stunde persönlich am Telephon zu erreichen.
Ein Auszug aus der Liste aller DGPT-Psychoanalytiker wird auf Anfrage von der Geschäftsstelle der DGPT verschickt. Er ist nach Postleitzahlen sortiert.
Es ist auch möglich, von einem Facharzt für Allgemeinmedizin überwiesen zu werden.

Welcher Psychoanalytiker ist für mich persönlich am besten geeignet?
Bei welchem Psychoanalytiker man sich letztendlich in Behandlung begibt, ist dem Patienten überlassen (freie Arzt- und Therapeutenwahl). Nicht die Autorität einer bestimmten Kapazität bestimmt, ob die Behandlung gelingen wird, sondern allein ein gutes Gefühl darüber, ob die "Chemie" zwischen Patient und Therapeut stimmt. Nur dann sind gute Voraussetzungen zu dieser oft jahrelangen Zusammenarbeit gegeben.

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