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Zu den Psycho-News-Letters, aktualisiert am
19.01.2010
02.07.2010
Wer sich
für den neusten Stand der empirischen Forschung zur Wirksamkeit
„psychodynamischer Psychotherapie“ interessiert, kann hier fündig
werden. Jonathan Shedler von der University of Colorado Denver
School of Medicine gibt im American Psychologist vom Februar dieses
Jahres (Vol. 63, No.2, 98-109) einen Überblick über die vorliegende
Literatur zum Thema. Darüber hinaus stellt er kritische
Überlegungen u.a. zur Frage an, warum die VT deutlich mehr
Wirksamkeitsbelege vorweisen kann, weiter zu den Gründen für die von
ihm beobachtete generelle Unterschätzung der vorliegenden
Forschungsergebnisse aus dem Bereich der „psychodynamischen
Psychotherapie“ sowie zum Verhältnis Forscher-Praktiker. Lesenswert!
Anne-Marie
Schlösser, Göttingen
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11.11.2009
Stellungnahme zur Prüfung der Richtlinienverfahren gemäß §§ 13 – 15
der Psychotherapie-Richtlinie für die psychoanalytisch begründeten
Verfahren
Diese
Stellungnahme wurde als fachliche Einschätzung zum Fragenkatalog des
Gemeinsamen Bundessausschusses zur Prüfung der Richtlinienverfahren
gem. §§ 13 – 15 der Psychotherapierichtlinie – Psychoanalytisch
begründete Verfahren – von folgenden Verbänden und
wissenschaftlichen Fachgesellschaften gemeinsam mit der DGPT
erarbeitet:
Deutsche Gesellschaft für
Psychosomatische Medizin und DGPM
Ärztliche Psychotherapie (DGPM) e.V.
Deutsche Psychoanalytische
Gesellschaft e.V. DPG
Deutsche Psychoanalytische
Vereinigung e.V. DPV
Deutsche Gesellschaft für
Individualpsychologie e.V DGIP
Deutsche Gesellschaft für
Analytische Psychologie e.V. DGAP
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20.08.2009
Im Vorfeld
des Forschungsgutachtens haben Autoren der „AG Ausbildung“ in der
DGPT (Isabel Bataller-Bautista, Bremen; Ferdinand v. Boxberg, Köln;
Gertrud Corman-Bergau, Hannover; Susanne Loetz, Heidelberg; Karsten
Münch, Bremen; Dietrich Munz, Stuttgart; Raimund Rumpeltes,
Heidelberg; Anne Springer, Berlin; Susanne Walz-Pawlita, Gießen) die
zentralen Fragestellungen des Gutachtens für die Zukunft der
Psychoanalyse auszuloten versucht. In der vorliegenden Langfassung:
Psychoanalytische Ausbildung und Forschungsgutachten - Überlegungen
und Standortbestimmung im Umfeld des Forschungsgutachtens - geht es
u.a. um psychoanalytische Grundanforderungen an die
psychotherapeutische Versorgung, die Ergebnisse der Professions- und
empirischen Wirkungsforschung für die Psychoanalyse, um die Stellung
und Zukunft der Psychoanalyse an der Universität, sowie daraus
folgende Überlegungen zur psychoanalytischen Kompetenz und zur
Erhaltung der psychoanalytischen Ausbildung in ihrer Verschränkung
von Lehre, Selbsterfahrung und praktischer Erfahrung unter
Supervision.
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23.04.2009
Im
vergangenen Jahr hat die DGPT eine von Prof. Dr. Bernhard Rüger/München
in ihrem Auftrag erstellte Stellungnahme zur ersten Version des
Entwurfes zur Kosten-Nutzen-Bewertung des Institutes für Qualität
und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) veröffentlicht.
Mittlerweile liegt die überarbeitete Fassung dieses Papiers vor
(Version 2.0). Auch hierzu hat die DGPT, wiederum durch Prof. Dr.
Rüger, Stellung genommen. Wir veröffentlichen im Folgenden diesen
Text.
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09.04.2008
Bei dem
folgenden Text handelt es sich um einen Vortrag beim 1.
Ausbildungs-Symposium der BPtK , das am 9.4.08 in Berlin
veranstaltet wurde unter dem Titel „Zukunft der
Psychotherapieausbildung“ als Auftakt zu einer Veranstaltungsreihe,
die das vom BMG in Auftrag gegebene „Forschungsgutachten zur
Psychotherapieausbildung“ (Projektleitung Prof. Dr. Bernhard Strauß,
Jena begleitet.
Der Text
enthielt auch einen Abschnitt zur AKJP-Ausbildung, der hier wegen
der besseren Lesbarkeit nicht abgedruckt ist (s. hierzu auch die
Website der VAKJP: www.vakjp.de).
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13.03.2008
In der
aktuellen gesundheitspolitischen Diskussion spielen Aspekte der
Gesundheitsökonomie, also Fragen des Nutzens in Relation zu den
Kosten der jeweiligen medizinischen (also auch
psychotherapeutischen) Maßnahme eine immer größere Rolle.
Hintergrund hierfür ist die Verknappung der Ressourcen im
Gesundheitswesen, die zu einem möglichst rationellen Einsatz
derselben zwingt. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit
im Gesundheitswesen IQWiG hat hierzu vor einigen Monaten ein Papier
veröffentlicht, in dem es Vorschläge zur Durchführung einer
derartigen Kosten-Nutzen-Bewertung in unserem Gesundheitssystem
macht. Dieses Papier ist in der Fachöffentlichkeit sehr kontrovers
diskutiert worden.
Die DGPT
hat Prof. Dr. Bernhard Rüger, Institut für Statistik der Universität
München, um eine fachliche Stellungnahme zu diesem Papier gebeten,
die wir im Folgenden veröffentlichen.
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I n
der DGPT wird seit längerem eine intensive Auseinandersetzung zu der
Frage geführt, ob und wenn ja unter welchen Bedingungen die
Integration von Kolleginnen und Kollegen, die eine ausschließlich
tiefenpsychologische Ausbildung durchlaufen haben, in die DGPT
denkbar wäre. Auf der letzten Mitgliederversammlung im September
2007 in Lindau wurde dann beschlossen, den Status einer affiliierten
Mitgliedschaft neu zu schaffen. Details zu dieser Regelung müssen
noch ausgearbeitet und auf einer nächsten Mitgliederversammlung
verabschiedet zu werden.
Um die
Diskussion nicht nur um formale Aspekte zu führen, sondern auch Raum
für die inhaltliche Auseinandersetzung zu haben, entschied der
Vorstand der DGPT auf der Lindauer Tagung, ein Forum zur Frage des
Verhältnisses von Analytischer Psychotherapie und
Tiefenpsychologisch fundierter Tiefenpsychologie auszurichten
(Titel der Veranstaltung: Tiefenpsychologisch fundierte
Psychotherapie und Analytische Psychotherapie - ein schwieriges
Verhältnis?) Wir veröffentlich im Folgenden den
Beitrag von
G. Schneider, Vorsitzender der DPV, dem wir für sein Einverständnis
einer Veröffentlichung auf der Homepage ausdrücklich danken.
Der
Tübinger Neurowissenschaftler Nils Birbaumer schrieb am 9. April
2008 einen Beitrag in der Serie der FAZ zu den Neurowissenschaften.
Darin dokumentiert er die Fähigkeiten des Willens, sogar schwere
Hirnschädigungen zu kompensieren, wenn nur geeignete
Trainingsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Sein Ausgangspunkt war
die Meditationserfahrung. Von deren Wert hatten sich Menschen schon
viele Jahrtausende lang überzeugen können, die Neurowissenschaften
lassen uns verstehen, was dabei im Gehirn geschieht. Ungewollt
dokumentiert Birbaumer damit aber auch, dass die Neurowissenschaften
eher Hilfswissenschaften der Pädagogik oder der Therapeutik sind.
Leitwissenschaften wollen, aber können sie nicht sein.
Lesen Sie dazu den
Leserbrief unseres Mitglieds, Prof. Dr. Michael B. Buchholz, der
am 16. Mai 2008 in der FAZ publiziert wurde.
Randomized
Controlled Studies
Unter den
Psychotherapiewissenschaftlern findet zum Stellenwert und zur Frage
der Gegenstandsadäquatheit von RCT-Studien in der
Psychotherapieforschung und in Bezug auf die Evaluierung von Studien
eine rege und durchaus kontroverse Diskussion statt.
Wegen der
hohen Relevanz dieser Auseinandersetzung für politische
Entscheidungsprozesse und für die fachliche Diskussion in den
verschiedensten Gremien hat der Geschäftsführende Vorstand der DGPT
Herrn Prof.Dr.phil. Wolfgang Mertens (München) um eine
Zusammenstellung von Argumentationslinien und Literatur gebeten, die
die RCT-kritische Seite der Debatte darstellt. Sie finden diesen
Text
hier.
Die
Geschichte der Psychoanalyse: ein Film!?!
Zum IPAC 1985 in Hamburg
machten Karen Brecht, Volker Friedrich, Ludger Hermanns, Dierk
Juelich, Isidor Kaminer und Regine Lockot gemeinsam eine viel
beachtete Ausstellung zur Geschichte der Psychoanalyse in
Deutschland mit dem Titel: „Hier geht das Leben auf eine sehr
merkwürdige Weise weiter...“. Unter Mitarbeit der noch lebenden
DPV-Ausstellungmacher ist nun unter Leitung von Volker Friedrich
eine Doppel-DVD mit deutscher und englischer Tonspur entstanden. Die
erste DVD befasst sich mit den Dokumenten von Entstehung und Aufbau
der Psychoanalyse in Deutschland, die zweite mit Verfolgung,
Emigration, Anpassung und Wiederaufbau.
Die
Doppel-DVD - „Hier geht das Leben auf eine sehr merkwürdige Weise
weiter.... Zur Geschichte der Psychoanalyse in Deutschland kann
bei Frau Scholz in der DPV-Geschäftsstelle bestellt werden (Tel.
030/ 26 55 25 04, Körnerstraße11, 10785 Berlin) und wird auf dem
Postweg nach Eingang der Bezahlung zugestellt. Inklusive
Bearbeitungs- und Versandgebühren kostet sie dann innerhalb
Deutschlands 23,- €, Europa 26,- €, und in den Rest der Welt 30,- €.
Link
Position
paper on psychoanalytic therapy
Edited by Stephan Hau and
Marianne Leuzinger-Bohleber, with contributions by
G. Bruns, A.
Gerlach, S. Hau, P.L. Janssen, H. Kächele, F. Leichsenring,
M. Leuzinger-Bohleber, W. Mertens, G. Rudolf, A.-M. Schlösser, A.
Springer,
U. Stuhr, E. Windaus
The paper gives an overview
of the present state of research on the efficacy of the various
applications of psychoanalytic therapy and is intended as a
contribution towards answering the question as to which problems now
deserve special attention and which type of research is best suited
to meet present challenges
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Depression: Neues zur Behandlung und Forschung
Marianne Leuzinger-Bohleber /
Heinrich Deserno:
"Aktuelle gesundheitspolitische Auseinandersetzungen um
Depressionsbehandlungen"
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Marianne Leuzinger-Bohleber:
"Chronifizierung und Rückfallquote bei depressiven Patienten"
(Diskussionsbeitrag als Power Point Präsentation)
Marianne Leuzinger-Bohleber /
Heinrich Deserno:
"Das Frankfurter Depressionsnetzwerk" -
Maßnahmen zur Prävention und Behandlung
von Depressionen im Rhein-Main-Gebiet
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PSYCHO-NEWS-LETTER
Die
Psycho-News-Letters wurden vom Vorstand der DGPT im Herbst 2002
angeregt; der Vorstand wollte gerne über aktuelle Entwicklungen
der Psychotherapieforschung, Diskussionen in Zeitschriften und
neuere Bücher informiert werden. Monatlich erscheinen seitdem
die von mir allein verfassten Psycho-News-Letters. Sie bieten
einen ziemlich informativen, und wie mir versichert wurde, auch
„süffig“ zu lesenden Überblick über Psychoanalyse und ihre
Nachbargebiete wie cognitive science, Kulturwissenschaften,
Biographieforschung etc. Ein Anspruch auf Vollständigkeit kann
aufgrund meiner begrenzten Lesefähigkeiten natürlich nicht
erhoben werden, aber Sie werden bei der Lektüre gewiß Freude
haben.
Die
Psycho-News-Letters erscheinen übrigens auch gedruckt, zusammen mit
anderen Texten im Psychosozial-Verlag; der dritte Band ist gerade
erschienen. Wenn Sie also lieber ein Buch (statt eines Ausdrucks) in
der Hand halten, greifen Sie dort preisgünstig zu.
Michael B. Buchholz
Überblick über
Psycho-News-Letters
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1. Psychotherapieforschung
– der interpersonelle Charakter von Störungen und naive
Krankheitstheorien
2. Psychotherapieforschung
– Einzelheiten zur Sandell-Studie, der Einzelfall und das
Arbeitsbündnis
3. Wissenschaft
und Wirtschaft – die „FRAME“-Technik (Dahl et al.),
methodische Schwierigkeiten von Gruppen-Design-Studien mit
Hinweisen von Lutz, ZBKT-Studien
4. Unschärfe
und Unbestimmtheit – Kontexte – Die Studien der
Boston-Study-Group“ und der virtuelle Andere – die Feier
Winnicotts und Fragen der Ethik
5. Neurowissenschaften
und der freie Wille
– das Buch von Edelman und Tononi
6. Vorbewusstes
Wissen und die Diagnose – Gestik und Mimik
7. Wie
verbreitet sind psychische Störungen? Essstörungen – der
Therapeut zählt! Das Dosis-Wirkungsmodell und die
Selbstbeobachtung der Psychotherapie-Wissenschaft
8. Selbstbeobachtungen
innerhalb der psychoanalytischen Welt – Was sind klinische
Tatsachen? Ein Vorschlag zur Definition psychoanalytischer
Forschung
9. Alle
an den Neuro-Tisch? Psychotherapie und Neurobiologie –
Professionalisierung
10.
Kleinster Abriß der
Bindungsforschung – die geheimen Bindungen der
Bindungsforscher – Piercing und der Körper
11.
Eine qualitative
Studie zur Gruppentherapie – Mind or Body?
12.
Umbuchungen:
„Vertrauen“ in verschiedenen Disziplinen – Medien und Gewalt –
Erosion des Vertrauens, Professionalisierung vs.
Evidenzbasierung
13.
Sprache oder
Sprechen – Bemerkungen zur Musik und ihrer Anthropologie
14.
Psychotherapieforschung – Neue Studien zur Effizienz der
Psychoanalyse – Deutsche Psychoanalysegeschichte in
internationalen Gazetten
15.
Reduktionismus durch
Neurowissenschaften? Einige Antworten der evolutionären
Anthropologie
16.
Gewalt und Religion
17.
Empirie – Now!
18.
Methode und
Persönlichkeit – Einsicht oder Verhalten: zu Stilen der
Situationskontrolle, die Entwicklung von Therapeuten und ihre
Verarbeitung von Feindseligkeit bei Klienten,
psychoanalytische Identität
19.
Psychoanalyse –
über, unter, oder neben der Psychotherapie ?
20.
Ethik – und die
Folgen
21.
Biographie und
Identität
22.
Normalität
23.
Der Therapeut in der
Therapie
24.
Mentalisierung und
Trauma
25.
Psychotherapie –
empirisch informiert
26.
Entwicklungen (in)
der Psychoanalyse
27.
Widerspruch,
Schönheit, Zeit
28.
Körper
29.
Relationalität
30.
Sprechen und
Sprachstörungen
31.
Trial? And Error!
32.
Professionelle
Reflexionen
33.
Zur Geschichte des
Zerlegens
34.
Natürlich! Eine
Kunst!
35.
Der Sinn der Person
36.
Reden über Trauma
37.
Medientheorie
38.
Neurowissenschaften
– Basis der Grundlage des psychologischen Fundaments?
39.
Ein
wissenschaftlicher Blick in die Kunst des therapeutischen Dialogs
40.
Altern der Kultur –
Kultur des Alterns
41.
Psychoanalyse als
Wissenschaft
42.
Mimesis und Theorie
43.
Psychoanalytische
Berufsromane
44.
Bruchlinien – Neues
aus schwedischen Studien
45.
Wirkt der Therapeut
oder die Methode?
46.
Mind-Reading
47.
Embodiment und Musik
48.
Gewalt – Macht –
Gesellschaft
49.
Neue Studien zu
einer subtilen Psychotherapieforschung
50.
Psychoanalyse und
Religion?
51.
Subjektivität und
Melancholie
52.
Neue
Ausbildungsorganisation – empirische Befunde zur Lehranalyse –
Praxisnahe Forschung
53.
Verwirrungen der
Frequenz (März 2007)
54.
Vergessene nicht
vergessen – Eric Voegelin und andere
(April 2007)
55.
Der Fall von RCT-
Kritik einer Hierarchie (Mai 2007)
56.
Über Intrigen und
andere Hinterlistigkeiten – Peter von Matt
(Juni 2007)
57.
Der Fall von RCT –
Es gibt Alternativen (Juli 2007)
58.
Musik und Paradoxie
(August 2007)
59.
Das Können des
Unbegrifflichen (September 2007)
60.
Evidenz-basierte
Praxis oder Praxis-basierte Evidenz?
Weitere Hinweise auf RCT-Alternativen (Oktober 2007)
61. Von Leib und Seele (November
2007)
62. Fremd bin ich eingezogen...
(Dezember 2007)
63. Positionen und Bilder - Inseln
im Strom
64. Reden über Reden
65. Seitenwechsel - Auch in die
Ökonomie
66. Obduktion der Objektivität
67. Neuro-Mantik - Neu-Romantik
68. Klassifikationen oder Kontexte
69. Gesellschaft durch Gewalt -
Gewalt durch Gesellschaft
70. Auf dem Weg zu einer
Psychoanalytischen Kulturtherapie
71. Resonanz und Räsonnieren
72. Kompetenzkompetenz
73. Weihnachtsgeschenke
74. Das Kino in der Psychoanalyse
75.
Spiegelneuronengedächtnispolitik
76. Gestik, Szenario und Sprechen
77. Neues vom Körper
78. Im Kommen: Qualitative
Forschung
79. Rehabilitierung des Szenischen
|
Aktuelle Folgen des Psycho-News-Letter
können nach wie vor nur auf besondere Anforderung beim DGPT-Vorstand
bezogen werden.
Unser
Mitglied Prof. Michael B. Buchholz, Göttingen
hat im Deutschen Ärzteblatt, Heft 14, in der Rubrik "Themen der Zeit"
einen Artikel unter dem Thema: "Wissenschaft und Lebenskunst"
veröffentlicht. Im Sinne einer nachträglichen Reintegration und
Anerkennung seiner Leistung wird an Sigmund Freud erinnert, der am 06.
Mai 150 Jahre alt geworden wäre.
Das
Deutsche Ärzteblatt hat uns freundlicherweise gestattet, den
nachstehenden Link zu setzen. Dort finden Sie den genannten Artikel:
Dtsch. Ärztebl. 2006: 103 (14): A 908-12 (Benötigt den Acrobat Reader)
http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/pdf.asp?id=50861
Kommentar der DGPT zur Stellungnahme
des Wissenschaftlichen Beirates Psychotherapie zur „Psychodynamischen
Psychotherapie bei Erwachsenen“, veröffentlicht im Deutschen Ärzteblatt
am 10.01.2005
Die DGPT begrüßt, daß der
Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie mit seiner Stellungnahme nun auf
die ausführliche Dokumentation der DGPT zur „psychoanalytischen
Therapie“ mit den darin vorgelegten Argumentationen und
Wirksamkeitsbelegen reagiert. Da, wie auch vom Wissenschaftliche Beirat
in der Vorbemerkung zu seiner Stellungnahme festgehalten, die
Verhaltenstherapie und die psychoanalytisch begründeten Verfahren als
vom Bundesausschuß der Ärzte und Krankenkassen anerkannte Verfahren
nicht der kritischen Prüfung durch eine Landesbehörde oder der
gutachterlichen Stellungnahme des Wissenschaftliche Beirat
Psychotherapie unterliegen, stellt die Stellungnahme einen erwünschten
Beitrag zur Fortführung der Diskussion um die Verfahrens- und
Beurteilungskriterien des Wissenschaftliche Beirates dar.
Die DGPT ist sich mit dem Wissenschaftlichen Beirat darin einig, dass es
keine wissenschaftliche Basis für eine Unterscheidung zwischen
tiefenpsychologisch fundierter und analytischer Psychotherapie als zwei
getrennten Verfahren gibt. Es handelt sich lediglich um zwei
unterschiedliche Anwendungsformen der psychoanalytischen Therapie, die
sozialrechtlich differenziert werden. Auch unserer Auffassung nach
beruht die psychoanalytische Therapie – in all ihren Anwendungsformen –
auf der psychoanalytischen Persönlichkeits-, Krankheits- und
Behandlungstheorie. Im therapeutischen Prozeß können dabei die
lebensgeschichtlich begründeten pathogenen unbewussten Konflikte und
krankheitswertigen Störungen der Persönlichkeitsentwicklung in
verschiedenen Settings der therapeutischen Beziehung (Einzelbehandlungen
in hoher oder niedriger Frequenz, Gruppenbehandlungen, Paartherapien,
Familientherapien, stationäre Therapien) bearbeitet werden.
In der Frage der Namensgebung vertritt die DGPT eine zum
Wissenschaftlichen Beirat konträre Auffassung. Dessen Entschluß, den
Begriff „Psychodynamische Therapie“ als Oberbegriff für die
tiefenpsychologisch fundierte und die analytische Psychotherapie zu
verwenden, verlässt den zentralen Bezug der Theorieentwicklung auf die
Psychoanalyse als von Sigmund Freud begründeter Wissenschaft mit ihren
vielfältigen Weiterentwicklungen. Der Wissenschaftliche Beirat verweist
zwar in seiner Stellungnahme in vielen Punkten (z.B. Definition,
Theorie) auf die Psychoanalyse, folgt aber in diesem entscheidenden
Aspekt der Namensgebung nicht seiner eigenen, in diesen Bezügen zum
Ausdruck kommenden Logik, so daß hier ein inhaltlicher Bruch entsteht.
Auch wissenschaftshistorisch und wissenschaftssoziologisch erscheint die
Umbenennung in „Psychodynamische Psychotherapie“ nicht berechtigt, da
der Begriff Psychoanalyse gegenüber dem der Psychodynamik der
übergeordnete ist: in den psychoanalytisch begründeten Verfahren werden
die weitgehend unbewussten Mechanismen, Prozesse und Wirkungen der
intrapsychischen Kräfte als Psychodynamik bezeichnet, die Psychodynamik
ist aber nur mit Hilfe der psychoanalytischen Methode erfassbar. Der im
deutschen Sprachraum entstandene Begriff „Psychoanalyse“ als
Wissenschaft vom Unbewussten besitzt eben auch einen besonderen
kulturhistorischen Wert, weil wesentliche Entwicklungen der Moderne mit
ihm verknüpft sind. Nur im Begriff „Psychoanalytische Psychotherapie“
wird dieser kulturelle Bezug erkennbar. Die DGPT sieht hier auch eine
besondere Verantwortung aller beteiligten Wissenschaftler für diesen
historisch-kulturellen Kontext, nachdem die Psychoanalyse als
Wissenschaft in Deutschland schon einmal aus dem Sprachgebrauch getilgt
werden sollte. Auch die Tatsache, dass mit der Psychoanalytischen
Therapie inzwischen ungewöhnlich lang zurückreichende (mehr als 100
Jahre) und ungewöhnlich breite Behandlungserfahrungen vorliegen, wird
mit dem Begriff der „Psychoanalytischen Therapie“ gewürdigt, mit dem
neuen Begriff aber unterschlagen.
Die DGPT unterstreicht die Auffassung des Wissenschaftlichen Beirats
Psychotherapie, daß Langzeitbehandlungen mit mehr als einhundert Stunden
besondere, sehr komplexe Forschungsfragen aufwerfen und deshalb auch
nach anderen Wirksamkeitskriterien diskutiert werden müssen, als der
Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie sie in seiner jetzt vorliegenden
Stellungnahme angewandt hat und als sie in weniger komplexen
Evaluationsdesigns anwendbar sind. Die DGPT ist interessiert , sich an
der Diskussion um Wirksamkeitskriterien jenseits der randomisierten
kontrollierten Studien zu beteiligen und hofft auf eine Fortführung des
wissenschaftlichen Dialogs in diesem Bereich.
Wie der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie vertritt auch die DGPT
die Auffassung, daß die gemeinsame theoretische Basis aller Formen der
psychoanalytischen Therapie eine einheitliche Aus- und Weiterbildung
wünschenswert macht, die sich nicht auf einzelne Anwendungsformen
beschränkt. Dabei legt die DGPT besonderen Wert auf eine Ausbildung auch
in Langzeitbehandlungen mit ihrem hohen didaktischen Nutzen für die
kürzeren Behandlungen und auf die Notwendigkeit einer intensiven, die
Ausbildung begleitenden Lehranalyse als Selbsterfahrung und
Selbsterforschung. Nach Auffassung der DGPT garantiert nur sie, dass der
zukünftige Therapeut die eigenen psychischen Konflikte, die eigene
Persönlichkeit und seine unbewussten Dispositionen, die ihn in der
Beziehung zu seinen Patienten beeinflussen können, hinreichend gut
kennen lernt, um in seiner Arbeit mit Patienten die notwendige
Objektivität und Neutralität erbringen zu können. Erfahrungsgemäß ist
hierfür eine die gesamte Ausbildung durchziehende, besonders auch die
ersten Behandlungserfahrungen begleitende Lehranalyse als
Selbsterfahrung besonders wertvoll.
31.01.2005
Dr. Alf Gerlach
Stellv. Vorsitzender
Wir entnehmen einer
Pressemitteilung des Uni-Klinikums Göttingen
vom 17.01.2005:
Erfolg der
psychoanalytisch orientierten Psychotherapie belegt
(ukg) Dass die psychoanalytisch orientierte Therapie bei der
Behandlung einer Vielzahl psychischer Krankheiten wirkt, ist jetzt
wissenschaftlich belegt. Dies haben Göttinger Forscher um Prof. Dr.
Falk Leichsenring und PD Dr. Eric Leibing in einer hochwertigen
Meta-Analyse ermittelt. Darüber hinaus haben sie nachgewiesen, dass
die psychoanalytisch orientierte Therapie ebenso wirksam ist wie
Verhaltenstherapie. Die Wissenschaftler leiten die Arbeitsgruppe
Psychotherapie-Forschung der Abteilung Psychosomatik und
Psychotherapie des Bereichs Humanmedizin der Universität Göttingen
und des Niedersächsischen Landenskrankenhauses Tiefenbrunn. In ihrer
neuen Meta-Analyse werteten die Forscher methodisch hochwertige
Studien über die Wirksamkeit psychoanalytisch orientierter Therapien
zusammenfassend aus. Die Ergebnisse wurden jetzt in der
Dezember-Ausgabe der international renommierten Zeitschrift „Archives
of General Psychiatry“ veröffentlicht (www.archpsyc.ama-assn.org).
Eine Publikation in den „Archives of General Psychiatry“ ist ein
besonderer Qualitätsausweis, denn die Zeitschrift besitzt den
höchsten „Impact-Faktor“ in den Fachgebieten Psychiatrie,
Psychotherapie, Psychosomatik und Psychologie. Das bedeutet, dass
Beiträge dieser Zeitschrift weltweit am häufigsten in der Fachwelt
zitiert werden. Nur wenigen Forschern aus dem deutschsprachigen Raum
ist es in den letzten Jahren gelungen, ihre Studien in dieser
Zeitschrift zu publizieren.
Das Ergebnis einer Meta-Analyse hängt erheblich von der Qualität der
einbezogenen Studien ab. Prof. Leichsenring und seine Kollegen haben
deshalb in ihre Meta-Analyse nur solche Studien aufgenommen, die
hohen methodischen Anforderungen genügen. Dies sind insbesondere
randomisierte und kontrollierte Studien, bei denen die Patienten per
Zufall den verschiedenen Behandlungen oder Kontrollgruppen
zugewiesen werden. Außerdem durfte in den Studien nur jeweils ein
spezifisches Krankheitsbild behandelt werden.
Nach den Ergebnissen von Leichsenring und Leibing hilft die
psychoanalytisch orientierte Therapie unter anderem bei Patienten
mit Angststörungen, depressiven Störungen, post-traumatischen
Belastungsstörungen, Essstörungen (Anorexie und Bulimie),
Suchterkrankungen (wie Opiat-Abhängigkeiten),
Persönlichkeitsstörungen (wie der Borderline-Persönlichkeitsstörung)
sowie bei somatoformen Störungen (das sind körperliche Beschwerden
ohne ausreichende organische Erklärung). Die Therapie verringert die
Symptome dieser Krankheiten sowie mögliche Begleitsymptome stark.
Dies gilt auch für die mit den psychischen Erkrankungen verbundenen
sozialen Beeinträchtigungen im Berufs- und Privatleben. Die
Therapieerfolge nehmen sogar nach Ende der Therapie weiter zu.
Patienten, die gar nicht behandelt werden oder eine psychiatrische
Standardbehandlung erhalten haben, zeigen dagegen einen deutlich
geringeren Therapieerfolg. Psychoanalytisch orientierte Therapie
erwies sich nach den Ergebnissen der Metaanalyse außerdem als ebenso
gut wirksam wie beispielsweise Verhaltenstherapie.
Frühere Meta-Analysen der Autoren belegten bereits, dass die
psychoanalytisch orientierte Therapie und die Verhaltenstherapie bei
der Behandlung depressiver Störungen gleichermaßen wirksam sind.
Darüber hinaus hat sich die psychoanalytisch orientierte Therapie
als besonders wirksam bei der Behandlung von Patienten mit
Persönlichkeitsstörungen erwiesen.
Derzeit untersucht die Göttinger Forschergruppe die Behandlung von
Patienten mit Generalisierter Angststörung. Die Betroffenen machen
sich über alles und jedes Sorgen und sehen überall Katastrophen auf
sich zukommen. Die Studie vergleicht den Erfolg der psychoanalytisch
orientierten Therapie mit dem der kognitiven Verhaltenstherapie. Das
Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
gefördert. Die bisher vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass auch bei
der Generalisierten Angststörung beide Therapieformen gleich gut
wirksam sind.
Weitere Informationen:
Georg-August-Universität Göttingen - Bereich Humanmedizin
Abt. Psychosomatik und Psychotherapie
Prof. Dr. Falk Leichsenring
von-Siebold-Str. 5
37075 Göttingen
Tel.: 0551/39 – 6707
Fax: 0551/39 – 4592
fleichs@gwdg.de
STELLUNGNAHME ZU BIRGIT
KRÖNER-HERWIG:
„EXPERTISE ZUR BEURTEILUNG
DER EMPIRISCHEN EVIDENZ DES PSYCHOTHERAPIEVERFAHRENS
VERHALTENSTHERAPIE“,
VORGELEGT AM 22. AUGUST
2002
Von Michael B. Buchholz
Juni 2003
Beitrag im Adobe Portable Document Format (PDF)

Compliance
- psychoanalytische Perspektiven
von Prof. Dr. Michael B. Buchholz
Beitrag im Adobe Portable Document Format (PDF)

Depression
Hinweise für den praktischen Arzt, wann ein Psychotherapeut
konsiliarisch hinzugezogen werden sollte
von Prof. Dr. Michael B. Buchholz
Beitrag im Adobe Portable Document Format (PDF)

Rezension von Prof. Dr.
Michael B. Buchholz zu:
Wampold, B.E. (2001): The Great Psychotherapy Debate.
Models, Methods and Findings.
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Dr. Karin Bell und Prof.
Dr. Michael B. Buchholz:
Die psychoanalytischen
Therapieverfahren
Ihr Einsatz in der vertragsärztlichen Versorgung
- Word 2000 Dokument -
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Copyright
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