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Aktueller Forschungsstand

Juni 2012 - Psychoanalyse verändert das Gehirn / Studie belegt neuronale Veränderungen / 

Kooperationsprojekt der Universitäten Bremen, Ulm, Heidelberg, Magdeburg und Innsbruck sowie dem Hanse-Wissenschaftskolleg Delmenhorst.

Bis zu 300 Sitzungen dauert eine Psychoanalyse. Damit ist diese Behandlung wesentlich kostspieliger als eine deutlich kürzere Verhaltenstherapie, aber wahrscheinlich auch nachhaltiger: Eine Studie hat nun bei depressiven Patienten nach einer Psychoanalyse neuronale Veränderungen in depressionsrelevanten Hirnarealen nachgewiesen.

Der Bremer Nervenarzt und Psychoanalytiker Prof. Dr. med. Georg Bruns, Mitglied der DGPT und ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV),  hat als Studientherapeut selbst eine psychoanalytische Behandlung durchgeführt und war an der Auswertung der neurobiologischen Untersuchungen beteiligt.

 Link zum Hörfunkbericht von dradio.de

Dezember 2011 / Stellungnahme zur Prüfung der Richtlinienverfahren gemäß §§ 13–15 der Psychotherapie-Richtlinie für die psychoanalytisch begründeten Verfahren

Die hier abrufbare Datei enthält die Stellungnahme aller analytischen Fachgesellschaften, der DGPM und der DGPT an den Gemeinsamen Bundesausschuss. Hintergrund war das immer noch laufende Verfahren zur Überprüfung der psychoanalytisch begründeten Verfahren gemäß den Psychotherapie-Richtlinien.

Im Dezember 2012 wurde die darin enthaltene Übersicht über die Studien, die einen Nutzennachweis von psychoanalytischer Psychotherapie in den Anwendungsgebieten der Psychotherapie-Richtlinien erbringen, umfassend aktualisiert.

Hintergrund war auch eine Anregung aus dem Mitgliederkreis, um im Nachgang zu unserem Kongress 2011, der vom 23. bis 25. September in Halle unter dem Generalthema: „Nutzt Psychoanalyse?!“ stattfand, Interessierten zusätzliche Daten zu weiteren Diskussionen über die Wirksamkeit der Psychoanalyse an die Hand geben zu können.

PDF Download

Mai 2011 / TK-Projekt: Qualitätsmonitoring in der ambulanten Psychotherapie

In einem Forschungsvorhaben hat die Techniker Krankenkasse, K.d.ö.R., (TK), zusammen mit Wissenschaftlern der Universitäten Mannheim und Trier, die Effektivität ambulanter Psychotherapie und Möglichkeiten regelmäßiger Qualitätsmessungen untersucht. Die TK hat 2011, nach fünfjähriger Laufzeit, die Ergebnisse veröffentlicht. Es zeigte sich, dass die Ergebnisse des Forschungsprojekts im Gegensatz zu den öffentlichen Behauptungen der TK die Angemessenheit des bisher praktizierten Vorab-Genehmigungssystems (Gutachterverfahren) und den Nutzen von ambulanter Psychotherapie belegen.

Die DGPT teilt die Auffassung der Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats der Studie, diese urteilen in ihrem Bericht: „Die Ergebnisse konnten die hochgesteckten Erwartungen vieler Kritiker des Gutachterverfahrens nicht erfüllen.“

Weiter stellen sie fest: „Die Ergebnisse der Studie sind mit Blick auf das primäre Studienziel zwar bescheiden. Die Studie zeigt aber, dass psychotherapeutische Versorgungsforschung im Feld möglich ist und dass sie auch wichtige Entwicklungsperspektiven untersuchen kann. Schließlich gibt die Studie wertvolle Hinweise darauf, dass neue Modelle der Versorgung vor ihrer Einbindung in den Versorgungsalltag sorgfältig und unabhängig evaluiert werden müssen, da sie unter den Bedingungen der Versorgungsrealität unter Umständen nicht die Wirkung entfalten, die sie in der Theorie und kleineren Vorstudien versprochen hatten“, aus: Stellungnahme des Wissenschaftlichen Beirats zum Modellprojekt der Techniker Krankenkasse „Qualitätsmonitoring in der ambulanten Psychotherapie“, 11. Mai 2012.

An der Studie nahmen von 2005 bis 2009 knapp 400 Therapeuten sowie 1.708 Patienten in den Regionen Westfalen-Lippe, Hessen und Südbaden teil. Die Hälfte der teilnehmenden Therapeuten beantragte die Behandlungen gemäß dem seit Jahrzehnten etablierten Gutachterverfahren. Der anderen Hälfte wurden die Behandlungen nur auf der Grundlage der psychometrisch erhobenen Patientendaten bewilligt. Zusätzlich wurden Patienten und Therapeuten zu verschiedenen Zeitpunkten vor, während, am Ende und ein Jahr nach der Behandlung um ihre Einschätzung der Ergebnisqualität der Therapie gebeten.

PDF Stellungnahme des Wissenschaftlichen Beirats zum Modellprojekt der Techniker Krankenkasse „Qualitätsmonitoring in der ambulanten Psychotherapie“, 11. Mai 2012

PDF Pressemitteilung der DGPT vom 29.06.2011 - Gutachterverfahren bei ambulanter Psychotherapie bewährt und verlässlich. DGPT kritisiert interessengeleitete und verzerrte Darstellung von Studienergebnissen durch Techniker Krankenkasse.

 Artikel von Dr. Heiner Sasse: Qualitätssicherung in der Psychotherapie: "Wissenschaftlich nicht akzeptabel", in: www.aerzteblatt.de

 PDF Kritische Studie zum Modellvorhaben der Techniker Krankenkasse „Qualitätsmonitoring in der ambulanten Psychotherapie“. Eine fachwissenschaftliche Stellungnahme - zur Prüfung der wissenschaftlichen Qualität des Modells sowie der Aussagekraft seiner Ergebnisse und - für eine humane, patientenbezogene Qualitätssicherung in der Richtlinienpsychotherapie, von Dr. Heiner Sasse, Januar 2011

 PDF Abschlussbericht: Qualitätsmonitoring in der ambulanten Psychotherapie, Modellvorhaben der Techniker Krankenkasse nach § 63 Abs. 1 SGB V